Das Nachtcafé

Nachtcafe - warum eigentlich?

Der Idee liegt die Erfahrung zu Grunde, dass zum Einen mit zunehmendem Alter das Schlafbedürfnis abnimmt. Zum Anderen nimmt die Neigung zu, sich tagsüber hinzulegen oder zu dösen, was den Schlafbedarf in der Nacht zusätzlich verkürzt. 

Durch die ungewohnten Rahmenbedingungen im Krankenhaus kann sich das Schlafverhalten dieser Menschen mit Demenz so stark verändern, dass es zu einer Umkehr des Tag-/ Nachtrhythmus kommt. Mit Einbruch der Dämmerung werden die Betroffenen dann immer aktiver und unruhiger, irren herum, laufen in fremde Zimmer ... - oder stürzen. Sie wollen oftmals "nur nach Hause". Dieses Phänomen nennt man „Sundowning- Syndrom“. Nicht nur für die Mitpatienten wird diese Situation oft zu einer nervenaufreibenden Belastung ...

Die therapeutische Bedeutung des Nachtcafés liegt auf der Hand: In gemütlicher Atmosphäre wird gesungen, vorgelesen oder aus dem (eigenen) Leben erzählt. Dadurch erhalten die Patienten Aufmerksamkeit, Zuwendung und Ablenkung, was in einer Akutklinik oft zu kurz kommt. Diese Art der „sanften“ Animation kann Orientierungslosigkeit und Isolation vermeiden und verbliebene Fähigkeiten reaktivieren. Aus der fast 15-jährigen Erfahrung können wir berichten, dass dieses Konzept bei Patienten und Angehörigen großen Anklang findet. Und als nicht zu unterschätzender Nebeneffekt können häufig auch Psychopharmaka oder sturzgefährdende Schlafmittel eingespart werden.

Das Nachtcafé öffnet dienstags und donnerstags von 18:30-20:15 Uhr