Station "Lichtblick": Individuelle Betreuung für individuelle Bedürfnisse

Menschen mit Demenz benötigen im Krankenhaus ein spezielles Umfeld und ein besonderes Versorgungskonzept!

Aufgrund der demografischen Entwicklung ist die Zahl der Patienten mit Demenz, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Typische Reaktionen auf die ungewohnte Umgebung sind Unruhe mit Hinlauftendenz, Verwirrtheit, Angst oder ein gestörter Tag-/ Nachtrhythmus. Bedingt durch die dementielle Veränderung besteht über die Behandlung von Akut- bzw. Mehrfacherkrankungen hinaus ein deutlich erhöhter Hilfe- und Betreuungsbedarf. Um die Versorgungssituation dieser stetig größer werdenden Patientengruppe zu verbessern, haben wir innerhalb der Abteilung für Geriatrie eine Demenzstation mit 9 Betten eröffnet.

Das ist „besonders“:

Die Räumlichkeiten sind an die individuellen Bedürfnisse dementer Patienten angepasst: Aufenthalts- und Ruhezonen mit freundlichen Farben und einem abgestimmten Lichtkonzept sollen eine Atmosphäre der Geborgenheit vermitteln und der Stressentstehung entgegenwirken. Zur Unterstützung des examinierten Pflegepersonals werden speziell geschulte Betreuungsassistenten eingesetzt, um eine möglichst kontinuierliche Begleitung während des Krankenhausaufenthaltes zu gewährleisten.

Gemeinsam das Ziel vor Augen

Unser Ziel ist es, dass trotz der Akutbehandlung der Grunderkrankung die noch vorhandenen Alltagsfähigkeiten der Demenzkranken erhalten bzw. gefördert werden und nicht durch den Krankenhausaufenthalt verloren gehen. Das kann nur durch engen Zusammenarbeit in einem multiprofessionellen Team gelingen, in das wir auch die Angehörigen gern mit einbinden. 

Das ist unser Konzept:

Durch die Erfassung wichtiger Eigenschaften, Vorlieben und Gewohnheiten zu Beginn des Aufenthaltes (biografische Anamnese) können besondere Bedürfnisse der Patienten gezielt berücksichtigt werden. Zur Förderung des Wohlbefindens und der Orientierungsfähigkeit bieten wir folgendes an: 

  • Gemeinsame Mahlzeiten zur Unterstützung der Tagesstruktur
  • Gruppenaktivitäten zur Anregung der körperlichen und geistigen Fähigkeiten – Frühstücksgruppe, Nachtcafé, Sing-, Spiel- und Bastelrunden, "10 Minuten-Aktivierung" 
  • Wohnlich gestaltete Räumlichkeiten
  • Orientierungshilfen an den Zimmertüren
  • Uneingeschränkte Fortbewegungsmöglichkeiten durch automatische Benachrichtigung des Pflegepersonals bei Hinlauftendenzen mit Verlassen des Stationsbereichs
  • Gesprächs-, Beratungs- und Schulungsangebote für Angehörige
  • Wortgottesdienste einmal wöchentlich