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Einrichtungsleitungen fordern kostenlose Corona-Schnelltests auch für die stationäre Jugendhilfe

Mitarbeiter*innen der „Kinderheime“ St. Josef und St. Elisabeth unterstützen Petition an NRW-Minister Stamp

Die Leitungen der stationären Jugendhilfeeinrichtungen St. Josef und St. Elisabeth in Gelsenkirchen fordern NRW-Familienminister Stamp auf, auch für die Mitarbeitenden in den sogenannten Kinderheimen die Kosten für Corona-Schnelltests vom Land zu refinanzieren.

Matthias Hommel, Leiter der Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung St. Josef: „Die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen müssen 24 Stunden am Tag und an 7 Tagen in der Woche betreut werden. Sie werden in einem familienähnlichen Setting betreut und gefördert, und die Erzieher*innen vor Ort sind die ersten Ansprechpartner für alle Belange. Es ist einfach nicht möglich, hier Abstandsregeln einzuhalten oder – vor allem bei der Betreuung jüngerer Kinder – mit Schutzmasken zu arbeiten.“

In beiden stationären Jugendhilfeeinrichtungen im Leistungsverbund der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH war die jetzt NRW-Familienminister Joachim Stamp zugeleitete Petition Thema und wurde von den Mitarbeitenden mit unterzeichnet. Paul Rüther, Leiter des Kinder- und Jugendhauses St. Elisabeth: „Die Kolleginnen und Kollegen in den Gruppen sind täglich dem Risiko einer Ansteckung ausgesetzt. Aufgrund der ständigen physischen Nähe sind die Risiken einer Infektion hier sicher nicht geringer als z.B. in Schulen oder Kitas. Trotzdem gelten für unsere Kolleginnen und Kollegen nicht die gleichen  Bedingungen. Während für Lehrer*innen in Grund- und Förderschulen und Erzieher*innen in Kitas jetzt kostenlose Testmöglichkeiten angeboten werden, bleibt der Bereich der stationären Jugendhilfe hier außen vor, ja wird sogar explizit ausgeklammert – das verstehe wer will!“

Weil es auch um die Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit geht, machen sich Matthias Hommel und Paul Rüther für einen verbesserten Infektionsschutz ihrer Kolleginnen und Kollegen stark und haben klare Forderungen in Richtung NRW-Landesregierung: „Aus unserer Sicht muss hier dringend nachgebessert werden, denn wie schon beschrieben, setzen sich unsere Mitarbeiter*innen täglich einem hohen Infektionsrisiko aus. Im Laufe der Pandemie hatten wir inzwischen eine ganze Reihe an Quarantänefällen und wissen daher, dass diese im Gruppenalltag eine enorme Herausforderung darstellen. Wir haben in diesem Zusammenhang noch den Vorteil, dass wir aufgrund unserer Einbindung in den Leistungsverbund der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH auf gute Ressourcen im Bereich Hygienemanagement, Einkauf von Schutzausrüstung etc. zurückgreifen können. Für Einrichtungen, die diesen Rückhalt nicht haben, ist das Ganze sicher noch um ein Vielfaches problematischer. Daher können wir nur dringend dafür appellieren, die Mitarbeiter*innen der stationären Jugendhilfe politisch nicht zu vergessen und ebenfalls, wie die Kolleginnen und Kollegen in den Schulen und Kitas, beim Impfen zu priorisieren.“