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Schneller und sicherer können medizinische Informationen nicht fließen

Die beiden Marienhospitäler Gelsenkirchens haben jetzt eine lange Leitung. Lang? Ja! - aber jetzt auch rasend schnell!

BILD: Carsten Heßling, St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH, Leitung der Organisations- und EDV-Abteilung und Thomas Dettenberg, Geschäftsführer, Gelsen-Net stellen das abgeschlossene Projekt der Presse vor

Dieses EDV-Projekt ist mal was ganz anderes als das gewohnte Rumgeschraube an den Rechnern in einem großen Unternehmen. Für dieses Vorhaben im Bereich der Informationstechnologie brauchte es Schüppen, Hacken, Bagger, jede Menge Kabel und Verkehrsbehinderungen in Gelsenkirchen: Das Marienhospital Gelsenkirchen (MHG) und das Sankt Marien-Hospital Buer (MHB) sind jetzt durch eine 1 Gigabit – EDV-Leitung fest miteinander verbunden. Die Daten fließen hier 333-mal schneller als z.B. im DSL-3.000 Netz, das viele durch ihre Internet-Nutzung zu Hause kennen.

Die beiden Krankenhäuser im Verbund der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH stehen im Norden und Süden der Stadt. Circa 12 Kilometer trennen sie. Dazwischen liegen der Rhein-Herne-Kanal, Autobahnen und vieles mehr.

Die Kliniken gehören zusammen; unter einer gemeinsamen Geschäftsführung bestreiten sie seit eineinhalb Jahren ihre Geschicke und synchronisieren sich immer mehr, um ihren Patienten umfassende Medizin und Pflege anzubieten. Wie bei jedem richtigen Duo ist es wichtig, dass der eine die „Stimme“ des anderen genau hören kann, sonst klappt das nicht mit dem Gleichklang. Zusammen bilden die verschiedenen Akteure im Kliniknetz sicherlich ein Ensemble mit den Ausmaßen des Fischer-Chors zu seinen besten Zeiten. Viele „Stimmen“ in den Kliniken werden heute über EDV abgebildet. Wenn sich diese Stimmen harmonisch zusammenfügen, dann kann der Patient sich sicher und wohl fühlen.

Das war das Ziel des EDV-Projekts, das mit dem Wissen und der Technik von Gelsen-Net umgesetzt wurde. Gemeinsame Datenbestände, schneller Austausch untereinander, Arbeiten in einem System und natürlich High-Tech-Komponenten wie Videokonferenzen, in denen Erkrankungen direkt von den Experten der 18 Fachabteilungen der Häuser gemeinsam besprochen werden können, bringen MHG und MHB so eng zusammen, dass sie wie ein einziges Unternehmen arbeiten. In Buer ging es mit dem Datenkabel ab in das Erdreich. In Ückendorf konnte man den Stecker dann wieder anschließen und seitdem flitzen die Daten mit 1 Gigabit pro Sekunde unter der Emscher durch. Z.B. können so 200 Röntgenbilder gleichzeitig auf den Weg gebracht und betrachtet werden, ohne dass die Leitung murrt.

Wirtschaftlichkeit und die ständige Verfügbarkeit der Daten, wo immer sie gerade benötigt werden, sind weitere Aspekte der Investition. Große Teile der Verwaltung der Kliniken sitzen im Süden an der Virchowstraße. Aber egal, ob die Verwaltungsmitarbeiter gerade im Norden oder Süden der Stadt sind: Wenn sie sich in das System einloggen, stehen ihnen alle Daten zur Verfügung. Carsten Heßling (Leitung Organisation/EDV St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH): „Für uns steht die Optimierung und Vereinheitlichung von Arbeitsprozessen ganz oben auf der Agenda. Ich möchte aber nicht missverstanden werden. Es geht hier weder um Stellenabbau noch um Qualitätsminderung. Ganz im Gegenteil. Als leistungsfähiger Klinikverbund mit hochmoderner Technik bauen wir unsere Marktposition weiter aus und bieten unseren Patienten die bestmöglichen Voraussetzungen für eine schnelle Genesung.“

In dem sensiblen medizinischen Umfeld steht Sicherheit ganz weit oben. Das betrifft sowohl den Schutz der Daten, als auch deren Konsistenz und Unverfälschbarkeit. Das Marienhospital Gelsenkirchen, das Sankt Marien-Hospital Buer und Gelsen-Net haben hier nur höchste Standards gelten lassen (IT-Grundschutzhandbuch des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik) und die Umsetzung entsprechend bewerkstelligt. Thomas Dettenberg (Gelsen-Net Geschäftsführer): „Hohe Bandbreiten für einen schnellen und reibungslosen Datenfluss sind eine Investition in die Zukunft. Höchste Datensicherheit und die Senkung der Administrations- und Betriebskosten sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren. Die Anbindung an das 270 km lange Glasfasernetz von Gelsen-Net bildet die Grundlage für das sichere und schnelle telemedizinische Vorzeigeprojekt, das wir hier in unserer Stadt mit Gelsenkirchener Unternehmen realisiert haben.“

Wichtig ist auch, dass es in diesem Kliniknetz keine Sicherheitslücken gibt. Es ist ein in sich geschlossenes System, das allen Sicherheitsanforderungen entspricht. Zusätzlich zu der Hauptdatenleitung wurde eine zweite verlegt, die die beiden Krankenhäuser über eine ganz andere Streckenführung miteinander verbindet. Der Sinn: Sollte die eine Leitung ausfallen, steht die zweite immer noch zur Verfügung.