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Interdisziplinäres Schockraumtraining 2016

Notfallübungen im Sinne der Patientensicherheit

Der Schockraum in einem Krankenhaus dient der Erstversorgung schwerstverletzter oder polytraumatisierter Patienten. Hier ist Teamarbeit gefragt, wenn Ärzte und Pflegekräfte aus unterschiedlichen Fachabteilungen die Vitalfunktionen des menschlichen Kreislaufes aufrechterhalten oder wiederherstellen und lebensrettende Soforteingriffe durchführen.

Ziel eines Schockraumtrainings ist es, sämtliche beteiligte Personen und Abteilungen, die mit der Versorgung von Schwerstverletzten betraut sind, hinsichtlich des Teamverhaltens, der Teamkommunikation und auch der vorhandenen Algorithmen zur Behandlung des Schwerstverletzten zu schulen. Die Kommunikation im Sinne der Patientensicherheit ist in diesem Teilbereich einer Krankenhausnotaufnahme von enormer Bedeutung.

Um das Personal auf den Umgang mit einer Notfallsituation vorzubereiten, führt das Marienhospital Gelsenkirchen regelmäßig ein Simulationstraining für den Schockraum durch. 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben im April 2016 an der dritten Auflage des Schockraumtrainings im Marienhospital Gelsenkirchen teilgenommen. Das interdisziplinär besetzte Teilnehmerfeld setze sich zusammen aus ärztlichem wie pflegerischem Personal aus den Kliniken, die im MHG an der Schockraumversorgung beteiligt sind. Während ein Team eine Rettungssituation durchspielte, blickten die übrigen Teilnehmer gebannt auf die Bildschirme und folgten der Liveübertragung.

Die Notfallsituationen wurden an einer lebensechten Simulationspuppe trainiert, die in der Lage ist, die Vitalparameter zu simulieren. An der Puppe wurden invasive Maßnahmen wie Notfallkoniotomie, Intubation oder Thoraxdrainagen durchgespielt. Basierend auf die durch die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie anerkannten Algorithmen zur Behandlung von Unfallpatienten werden im Praxistest Szenarien kreiert, die an reale Fälle angelehnt sind. Die Konzeption dieser Fälle sieht auch Stolpersteine oder mögliche Notfallszenarien vor, die im Vorfeld mit dem Puppentechniker besprochen werden, der als Operator via Computer alle Abläufe kontrollieren und steuern kann.

Das Schockraumtraining war geprägt von einer besonderen Atmosphäre. Zur allgemeinen Entspanntheit trug eine einfache Maßnahme bei: Auf den Namensschildern wurden die Vornamen betont, alle Teilnehmer waren für einen Tag per Du miteinander. Hierarchien spielten überhaupt keine Rolle.

Die Besonderheit einer solchen Übung ist, dass die Teilnehmer in einem geschützten Umfeld mit einer Notfallsituation konfrontiert werden und sich in einer Stresssituation wiederfinden, in der es um das Überleben des Patienten geht. Im Nachgang besteht schließlich die Möglichkeit einer Analyse. Jeder Teilnehmer bekommt die positiven wie auch die negativen Elemente seines Handelns vor Augen geführt und kann wichtige Erkenntnisse hieraus mit in seinen Arbeitsalltag nehmen.

„Das Interesse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter war wie bereits in den vergangenen Jahren überwältigend. Wir hoffen, dieses Training auch im nächsten Jahr für unsere Mitarbeiter im Schockraum wieder anbieten zu können“, setzt Dr. Stephan Rodepeter, Assistenzarzt in der Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie im Marienhospital Gelsenkirchen, auf eine Fortsetzung dieser Maßnahme.