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Senioreneinrichtungen erwarten Bescheide aus Düsseldorf

Ansgar Suttmeyer: Wir werden die Ministeriumsbroschüre in unseren Einrichtungen nicht verteilen

Ansgar Suttmeyer, Betriebsleiter der St. Augustinus Heime GmbH

Auch in den Senioreneinrichtungen St. Vinzenz-Haus und St. Josef wird die Broschüre des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) zum Thema „Neue Berechnung der Pflegekosten in NRW – Was Sie jetzt wissen müssen“ nicht verteilt werden. „Diese Broschüre ist aufgrund ihrer Diktion nicht geeignet, Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen und ihre Angehörigen sachgerecht über Hintergründe und Konsequenzen gesetzlicher Neuregelungen zu informieren“,  stellt Ansgar Suttmeyer, Betriebsleiter der St. Augustinus Heime GmbH, fest.

Hintergrund: bis heute fehlen den Trägern Bescheide des Ministeriums über die festgesetzte Höhe der abrechenbaren Investivkosten für Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Diese vom Land NRW zu erstellenden Bescheide sind notwendig, um die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen sachgerecht über die tatsächliche Höhe und die individuelle Belastung durch die Investitionskosten im Rahmen der Pflegesätze zu informieren. Zukünftig werden die Investitionskosten nicht mehr pauschal gewährt, sondern entsprechend der tatsächlichen Verwendung. Ansgar Suttmeyer: „Wenn den Einrichtungen der stationären Altenhilfe jetzt in einer sogenannten Informationsbroschüre des Ministeriums quasi mittelbar nachgesagt wird, sie hätten in der Vergangenheit weder transparente Berechnungen angestellt oder sogar Bewohnerinnen und Bewohner mit ungerechtfertigten Kosten belastet, dann sind solche Behauptungen deutlich zurückzuweisen, denn sie entbehren jeglicher Grundlage. Wer statt der notwendigen Bescheide jetzt Infobroschüren liefert, die verunsichern und falsche Tatsachenbehauptungen suggerieren, der nimmt billigend in Kauf, dass es zu einem erheblichen Vertrauensverlust zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern, ihren Angehörigen und den Einrichtungen und ihren Trägern kommt.“ 

In einem Informationsschreiben Ende November zur Umstellung der Pflegesätze ab 2017 auf das Pflegestärkungsgesetz II wurden die Bewohnerinnen und Bewohner im St. Vinzenz-Haus und im Alten- und Pflegeheim St. Josef und ihre Angehörigen darüber informiert, dass die Träger der Einrichtungen aktuell nur mit vagen Hinweisen auf die anstehenden Erhöhungen der Investitionskosten reagieren können, da wegen der fehlenden Bescheide konkrete Aussagen über die zukünftig anerkannten Investitionskosten je Einrichtung nicht möglich sind. Hierauf haben die Betroffenen verständlicherweise verunsichert reagiert, da die zukünftig auf sie zukommenden finanziellen Belastungen nicht absehbar sind.

Ansgar Suttmeyer: „Wir brauchen unverzüglich eindeutige Vorgaben aus Düsseldorf. Zeit war genug vorhanden. Die jetzt wohl anstehende Hängepartie ist ärgerlich und kontraproduktiv. Gerade im Bereich der stationären Altenhilfe sind Vertrauen und Seriosität Grundlage von Zusammenarbeit und Zusammenwirken.“

Wolfgang Heinberg, Unternehmenskommunikation, ► E-Mail, Tel.: 0209 172-54670