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Medikamente bei Demenz – was ist möglich?

Treffen der Angehörigengruppe im Elisabeth-Krankenhaus

Immer am ersten Donnerstag eines Monat treffen sich Angehörige von Menschen, die an Demenz erkrankt sind, im Elisabeth-Krankenhaus. In einer lockeren, ungezwungenen Atmosphäre informieren sie sich über medizinische Themen und tauschen Erfahrungen, Anregungen und Tipps für den Alltag mit einem an Demenz erkrankten Familienmitglied aus.

Bei der jüngsten Veranstaltung stand die „Medikamentöse Therapie bei Demenz“ im Mittelpunkt. Dr. med. Willi Leßmann, Chefarzt der Klinik für Geriatrie im Elisabeth-Krankenhaus, griff dabei zunächst allgemeine Grundlageninformationen auf, um anschließend auf Möglichkeiten der medikamentösen und ergänzend dazu der nicht medikamentösen Behandlung der Demenz einzugehen. Dabei befasste sich der Mediziner mit den derzeit am Markt zur Verfügung stehenden Wirkstoffen Donezipil, Galantamin und Rivastigmin. Er machte deutlich, dass der oftmals rapide Verlauf der Erkrankung durch die Einnahme von Medikamenten statistisch für ca. anderthalb bis zwei Jahre aufgehalten werden kann, was für Betroffene und Pflegende allerdings einen enormen Gewinn an Lebensqualität bedeutet. Die meisten Meldungen über neue Medikamente hätten die Versprechungen bisher nicht gehalten. Jedoch scheint eine Behandlung mit Antikörpern Erfolg versprechend zu sein. Die Ergebnisse einer größeren Anschluss-Studie mit 2.700 Patienten bleiben jedoch abzuwarten. Bis diese wirklich zum Einsatz kommen können, wird es also noch 5-10 Jahre dauern.

Dr. Leßmann ging auch auf unerwünschte Nebenwirkungen, die die Medikamente haben können, ein und erläuterte dann die ebenso wichtigen nicht medikamentösen Strategien und vorbeugenden Maßnahmen. „Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen, versuchen Sie sie in die alltäglichen Tätigkeiten wie Kartoffeln schälen oder ähnliches, einzubeziehen, singen Sie mit ihnen.“ Das alles trägt dazu bei, das Gehirn zu aktivieren; ebenso wie Tanzen und Bewegung generell. „Ziehen Sie sich nicht zurück“, rät er den Angehörigen. „Große Feste und Feierlichkeiten sind zwar eher nachteilig für Demenzerkrankte, aber gemütliche Treffen in kleiner Runde tun Ihnen und Ihrem Angehörigen gut.“

Insgesamt so Dr. Leßmann, habe sich die Situation der Demenzkranken verbessert. In Gelsenkirchen gebe es viele Angebote, zum Beispiel zahlreiche Demenzcafés und –wohngruppen. Auch in der Öffentlichkeit ist das Thema Demenz längst kein Tabu mehr.

Die anwesenden Gäste nutzen die Gelegenheit, ihre persönlichen Fragen zu stellen, unter anderem zur Medikamenten-Verordnung und –gabe sowie zur Ernährung.

 

Das nächste Treffen der Angehörigengruppe findet am Donnerstag, 2. März 2017, 15 Uhr statt. Thematisch wird es dann um die „Möglichkeiten des Palliativnetzes in Gelsenkirchen“ auch bei Demenzkranken gehen.