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Ehrenzeichen des Ruhrbischofs für Elisabeth Lauer

Bericht der WAZ vom 31.07.2015, Anne Bolsmann

Foto Martin Möller

Gelsenkirchen. Über 20 Jahre lang wirkte Elisabeth Lauer als Geschäftsführerin des katholischen Gemeindeverbandes Gelsenkirchen. Nun wurde sie ausgezeichnet.

Momente, in denen sie im Mittelpunkt steht, die liegen Elisabeth Lauer gar nicht: „Sowas mag ich einfach nicht“, sagt die Gelsenkirchenerin.

Am Freitag jedoch ließ sich solch’ ein Moment nicht vermeiden, denn die 70-Jährige wurde im Augustinusstübchen an der Ahstraße mit dem „Ehrenzeichen des Bistums Essen für herausragende Verdienste um die Kirche“ ausgezeichnet, das ihr von Ruhrbischof Franz Josef Overbeck verliehen wurde: Samt Ehrennadel, Urkunde und einer Silbermünze mit Madonnenabbild.

Stadtdechant Propst Markus Pottbäcker überreichte im Namen des Bischofs die Urkunde und heftete Elisabeth Anna Maria Lauer die Ehrennadel an. Seine begleitende Rede dazu, in der er auf die Bedeutung von Auszeichnungen und Orden einging, brachte die Geehrte und ihre Angehörigen sowie ihre langjährigen beruflichen Wegbegleiter zum Lachen.

Propst Manfred Paas erinnerte derweil an die vielen haupt- und ehrenamtlichen Stationen, die Elisabeth Lauer für die Kirche in der Stadt durchlaufen hatte. „Wir haben diverse Krisensituationen gemeinsam gemeistert“, erinnerte sich der Propst mit Blick auf die Frau, die mehr als 20 Jahre lang als Geschäftsführerin des katholischen Gemeindeverbands gewirkt hatte. In dieser Zeit war sie verantwortlich für die Buchhaltung sowie die Liegenschafts- und Personalverwaltung der Kirchengemeinden und der katholischen Kindergärten in Gelsenkirchen.

„Als ich die Leitung des Gemeindeverbandes übernahm, war ich die einzige Frau unter lauter männlichen Kollegen“, erzählt Elisabeth Lauer wenig später lachend. „Aber Probleme hatten wir nie“, fügt sie dann schnell hinzu. Im Zuge der Umstrukturierungen bei der katholischen Kirche und der Zusammenlegung der Gemeinden zu vier Gelsenkirchener Großpfarreien nahm die engagierte Gelsenkirchenerin ihren Hut. „Ich war 63 und im richtigen Alter für den Ruhestand. Meine größte Sorge galt damals, vor sieben Jahren, aber meinen Mitarbeitern. Aber zum Glück sind alle gut untergekommen“, betont sie. Und ergänzt auch, dass die Ehrung des Bischofs auch ihren Mitarbeitern gelten müsse: „Man ist immer nur so gut wie das Team, das hinter einem steht. Ich habe viele Menschen hinter mir gehabt, die mir meinen Weg ermöglicht haben“, sagt sie bescheiden.

Mehr Zeit für das Ehrenamt

Mit dem Ausstieg aus dem Beruf fand Elisabeth Lauer auch endlich mehr Zeit, sich ihren vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten unter dem Dach der katholischen Kirche zu widmen. „Vorher hatte ich ja rund 50 Stunden pro Woche gearbeitet, da blieb kaum Zeit fürs Ehrenamt“, sagt sie – und freut sich über die Anerkennung ihrer Arbeit.

Bereits seit 1971 ist Elisabeth Lauer Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie Gelsenkirchen Zentral, seit Mai 2011 ist sie zudem Vorsitzende des Kuratoriums des Gelsenkirchener Kolpinghauses.

Seit 1964 singt die Gelsenkirchenerin im Propsteichor, den sie seit der Fusion mit der Chorgemeinschaft Liebfrauen 2010 auch als Vorsitzende begleitet.

Vor zwei Jahren stieg sie in das Kuratorium der Amigonianer Soziale Werke ein.