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Diabetes ist kein Zuckerschlecken

Junge Diabetiker lernten für den Alltag mit ihrer Erkrankung

In der Klinik für Neonatologie, Kinder- und Jugendmedizin des Marienhospitals Gelsenkirchen öffnete in den Sommerferien wieder das „Feriencamp“ für Mädchen und Jungen mit Diabetes mellitus seine Pforten. Sie nahmen jeweils eine Woche am jährlichen Diabetes-Workshop für Kinder- und Jugendliche teil, um sich fit zu machen für den Alltag mit ihrer Erkrankung.

Auch in diesem Jahr hatten die Organisatoren ein interessantes, lehr- und abwechslungsreiches Programm vorbereitet, bei dem auch Spiel und Spaß – wie Ausflüge, gemeinsames Kochen und Grillen oder Pizza backen am Abend - nicht zu kurz kamen. Denn schließlich waren ja Ferien.

So wurden die recht theoretischen Inhalte im Programm wie die Insulintherapie, die Abläufe des Stoffwechsels, die Vor- und Nachteile von Insulinpumpe und Pen oder der Einfluss sportlicher Aktivitäten auf den Diabetes möglichst immer in einen direkten praktischen Bezug gebracht. Die Teilnehmer lernten, wie sie sich in Alltagssituationen – zum Beispiel bei sportlichen Aktivitäten - richtig verhalten und in kritischen Situationen reagieren. Sie probierten Entspannungsübungen aus und fuhren zu einem gemeinsamen Spinningtraining zum Tennisclub Wattenscheid.

Die Schulungen dauerten jeweils acht Tage. „Für die Dauer der Workshops werden die Mädchen und Jungen stationär in unserer Klinik  aufgenommen. Dadurch haben wir die Möglichkeit, auf den Einzelnen und seine ganz individuelle Situation noch besser einzugehen.“, schildert der Leiter des Schulungsteams, Oberarzt Dr. Matthias Papsch, die Vorteile der intensiven Maßnahme. Dass die jungen Diabetiker das ebenso sehen, zeigt die Teilnehmerzahl: Jeweils acht bis zehn Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 16 Jahren nahmen pro Woche daran teil. Das hieß für fast alle Termine: ausgebucht! Das neu erworbene oder gefestigte Wissen und die gemeinsamen Erlebnisse stärken ihr Selbstbewusstsein. Sie gewinnen neue Kompetenzen für den Alltag mit ihrer Erkrankung. Außerdem sehen sie, dass es auch anderen Kindern und Jugendlichen wie ihnen geht, sie also nicht allein sind.  Zahlreiche feste Freundschaften sind bereits durch die Workshops entstanden.

Das Schulungsteam ist multiprofessionell aufgestellt. Neben Ärzten und Kinderkrankenpflegekräften gehören eine Diabetesberaterin, eine Psychologin, eine Ernährungsberaterin und Physiotherapeuten dazu.