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Kinder helfen Kindern, ganz praktisch

Kinder sind sehr aufmerksam und sensibel. Und so registrieren auch die Mädchen und Jungen im Kindergarten St. Martin, dass zurzeit viele Menschen, darunter auch Kinder wie sie, vor den schrecklichen Ereignissen aus ihrer Heimat fliehen müssen. Die Erzieher Stefanie Ellermann und Finn Wilms haben ihnen gezeigt, aus welchen Ländern sie kommen. Sehr schnell erkannten sie, dass die fliehenden Menschen weite Meere überwinden oder lange Strecken zu Fuß gehen mussten. Und dann wurden die Kinder still. Es wurde ihnen bewusst, wie wenig die Menschen mitnehmen konnten. Sie fragten: „Haben die Kinder denn gar kein Spielzeug?“

Da wollten sie schnell helfen. Gemeinsam mit Stefanie Ellermann verfassten sie einen Elternbrief und baten darin um Spielzeugspenden. Sie sortierten auch selbst zu Hause Spielzeug aus. Alles brachten sie in den Kindergarten.

In der nächsten Woche feiern wir das Fest des heiligen Martin, bei dem wir traditionell in der Propsteigemeinde mit Bedürftigen teilen. Dieses Fest nahmen wir zum Anlass, Patenschaften zu bilden, von Familien des Kindergartens mit Flüchtlingsfamilien für den großen Martinszug von St. Augustinus. Dazu fand eine Kooperation des Kindergartens St. Martin mit dem Gemeinderat St. Augustinus und der Flüchtlingshilfe von Dr. Al-Jaanabi statt. Die Kinder freuen sich sehr auf einen gemeinsamen Martinszug am 8. November 2015. Aber: „Woher bekommen die Flüchtlingskinder eine Laternen für den Martinszug?“ Kurzerhand organisierten Stefanie Ellermann und Finn Wilms ein gemeinsames Laternenbasteln der Familien. Bei Keksen und Getränken entstanden wunderschöne Laternen. Die sprachlichen Barrieren überwanden Eltern und Kinder mit freundlichen Gesten. Nach gelungenem Basteln sangen die Kindergartenkinder noch lauthals die gängigen Martinslieder mit musikalischer Begleitung von Klavier und Cajon vor. Anschließend wurden große Tüten mit dem gespendeten Spielzeug gepackt, welche die Patenkinder mit nach Hause nehmen durften.

Lauter glückliche Kindergesichter verabschiedeten sich bis zum Wiedersehen beim Martinszug am Sonntag. Es war für alle Beteiligten ein besonders intensives Erlebnis im sozialen Miteinander der verschiedenen Kulturen. Die Kinder entwickelten großes Verständnis für die schwierigen Lebensumstände der Flüchtlingskinder und schulten dabei ihre soziale Bildungskompetenz.