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Die junge Frau mit den Zauberhänden

Jasmin Capelle aus Belgien absolvierte im St. Vinzenz-Haus ein Praktikum im Therapeutic Touch

Altenpflegerinnen und –pfleger, Altenpflegehelferinnen und – helfer, Bürokaufleute und Alltagsbegleiter – das St. Vinzenz-Haus bietet viele Möglichkeiten der beruflichen Aus- und Weiterbildung für Menschen. Dass jüngst auch eine junge Frau aus Belgien dieses Angebot nutzte, war allerdings nicht ganz alltäglich.  

Therapeutic Touch (TT, Therapeutisches Berühren) ist das Thema der Bachelor-Arbeit von Jasmin Capelle. Sie absolviert zurzeit ein Studium zur Gesundheits- und Krankenpflegerin an der Autonomen Hochschule in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Eupen und kam auf Empfehlung von Anja Homeyer (Lehrerin für TT) in das St. Vinzenz-Haus. Da die Pflege- und Betreuungseinrichtung bereits seit mehreren Jahren erfolgreich auf Therapeutic Touch setzt, boten Heimleiterin Silke Capani und ihr Team der jungen Frau gerne die Möglichkeit, an der Seite von Sylvia Rosskopf, Mitarbeiterin des Betreuungsteams und erfahrene TT-Anwenderin, hier die Praxis kennen zu lernen.  

Während ihres Praktikums hat Jasmin Capelle zahlreiche TT-Behandlungen bei Bewohnerinnen und Bewohnern, die unter chronischen Schmerzen oder innerer Unruhe leiden, durchgeführt. „Ich bin sehr beeindruckt, wie positiv die Damen und Herren darauf reagieren“, berichtete die 27-jährige. Danach befragt, gaben zum Beispiel einige Bewohner nach der Behandlung auf der Schmerzskala eine Verringerung ihrer Schmerzen von zehn auf sechs an. „Sie hat Zauberhände“, sagt Bewohnerin Gertrud W. schmunzelnd.  

Die Behandlungsmethode Therapeutic Touch stammt aus den USA. In den 1970er Jahren wurde sie dort durch Prof. Dr. Dolores Krieger entwickelt. Ziel war zunächst, das Befinden und die Vitalität der Patienten in der stationären Pflege zu verbessern. Inzwischen wird diese Methode weltweit in mehr als 100 Ländern gelehrt und eingesetzt, unter anderem ergänzend zu konventionellen Methoden in der Gesundheitsvorsorge und als Bestandteil eines ganzheitliches Angebotes auch in Altenpflegeeinrichtungen. Alte Menschen, die allein sind und Zuwendung brauchen, profitieren davon besonders. Die heilsame Berührung mit den Händen trägt zur tiefen Entspannung bei Angst und Stress bei. Ähnlich der Akupunktur ruft sie positive Reaktionen hervor, die gerade bei der Betreuung demenzkranker Menschen genutzt werden können. Mit Therapeutic Touch, Fußreflexzonenmassage und der Aromatherapie bietet das St. Vinzenz-Haus den Bewohnerinnen und Bewohnern einzigartige Anwendungen an, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität verbessern. Sylvia Roßkopf hat sich dafür besonders qualifiziert. 

Jasmin Capelle würde gerne zu einem späteren Zeitpunkt gerne noch einmal ins St. Vinzenz-Haus kommen. Sie kann es sich auch durchaus vorstellen, sich künftig ganz auf Therapeutic Touch zu konzentrieren.