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Darmkrebs rechtzeitig erkennen und behandeln

Vor 15 Jahren riefen die Felix Burda Stiftung und die Stiftung LebensBlicke den Darmkrebsmonat ins Leben, um Aufmerksamkeit und Wahrnehmung dieses wichtigen Themas in der Bevölkerung zu erhöhen

Mit dem gleichen Ziel stellten die Kliniken für Innere Medizin/Gastroenterologie und Chirurgie am Marienhospital Gelsenkirchen Diagnostik und Therapie des Kolonkarzinoms in den Mittelpunkt ihres interdisziplinären Arzt-Patienten-Seminars. Der Einladung waren interessierte und zum Teil bereits betroffene Damen und Herren gefolgt. Referenten waren die Oberärzte Dr. Frank Dederichs und Dr. Sebastian Knüdeler (Innere Medizin/Gastroenterologie) und Dr. Rouwen Riediger (Chirurgie).

Anschaulich und auch für die anwesenden Laien verständlich setzten sie sich mit dem Thema auseinander. Sie machten unter anderem deutlich wie wichtig gesunde Ernährung und Bewegung für die Vermeidung einer Darmkrebserkrankung sind und welche Rolle Erkrankungen in der Verwandtschaft spielen können, betonten aber gleichzeitig die Bedeutung der Darmspiegelung als Vorsorgeuntersuchung. Könnte doch jeder Einzelne die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken durch regelmäßige Vorsorge um 90 Prozent senken. Durch Früherkennung im Rahmen einer Darmspiegelung können fast alle Darmkrebserkrankungen verhindert oder geheilt werden. Über die Früherkennung und die Therapie hinaus spielt die Gastroenterologie gleichermaßen eine Rolle bei der Behandlung prä- und postoperativer Komplikationen.

Und wenn doch operiert werden muss, entscheidet der Chirurg auf der Grundlage der individuellen Situation des Patienten, ob die die Operation minimal-invasiv oder konventionell durchgeführt wird. Beide hätten ihre Berechtigung, so Dr. Riediger, der den Zuhörern auch in anderer Hinsicht Mut machte: Selbst wenn der Krebs bereits Metastasen (in der Lunge oder der Leber) gebildet hat, macht eine Therapie Sinn. Er versuchte außerdem, dem künstlichen Darmausgang, der meist nur eine vorübergehende Option sei, den Schrecken etwas zu nehmen: „Mit einem künstlichen Darmausgang zu leben, ist besser, als an Darmkrebs zu sterben!“.

Gastroenterologen und Chirurgen des MHG pflegen nicht nur bei Veranstaltungen wie diese eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Von der fachübergreifenden Kooperation profitieren vor allem Patienten der Bauchstation und des Tumorzentrums Emscher-Lippe, an dessen wöchentliche Tumorkonferenzen  auch Experten anderer medizinischer Fachdisziplinen und Krankenhäuser beteiligt sind.

Im Anschluss an ihre Vorträge standen die Mediziner den Gästen noch für individuelle Fragen zur Verfügung.