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Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
umfaßt 110 stationäre Betten (inklusive 14
Betten qualifizierter Drogenentzug) und 20 teilstationäre
Plätze in der Tagesklinik. Die 110 vollstationären
Betten untergliedern sich in 5 Funktionsbereiche (Stationen)
die wir Ihnen nachfolgend vorstellen möchten.
Die Station 1 des Elisabeth-Krankenhauses gehört
zur Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie.
Sie erreichen die Station 1 unter Telefon 0209 / 7003.588
(Aufnahmetelefon Montags bis Freitags von 14.00 bis
16.30 Uhr) Ansonsten über Telefon 0209.7003.0 (Zentrale)
Viele Abhängige machen die Erfahrung, daß
ihnen nach längerem Konsum illegaler Drogen ein
selbständiges Aufhören der Drogeneinnahme
nicht gelingt. Auf der Station 1 können Abhängige,
die illegale Drogen konsumieren und/ oder sich in einer
Substitutionsbehandlung befinden, ihre Entgiftung auf
einer speziell darauf ausgerichteten Krankenhaus-Station
durchführen. Dabei sind komplette Entgiftungen
und Entgiftungen von Beigebrauch möglich.
Das Team der Station 1 besteht aus: Arzte/ Ärztin,
Psychologe/ Psychologin, Krankenpflegepersonal, Ergotherapeut/Ergotherapeutin,Bewegungstherapeut/
Bewegungstherapeutin, Sozialarbeiter/ Sozialarbeiterin
Zur Zeit werden auf der Station 1 folgenden therapeutische
Hilfen angeboten (zum Teil verpflichtend):
- Medikamentengestütze Entgiftung (z.B. mit Methadon)
- Gruppengespräche
- Einzelgespräche
- Ergotherapie
- Bewegungstherapie
- Akkupunktur nach dem NADA-Protokoll
- Betreuung durch Krankenpflegepersonal
- pflegerische Gruppenangebote
- Betreuung durch Sozialarbeiter/ Sozialarbeiterin
- Freizeitgestaltung
Die Behandlungsdauer hängt von der Menge zu entgiftenden
Substanzen ab und ist individuell. Die Erfahrung zeigt,
dass eine Behandlung meist in drei Wochen abgeschlossen
ist, d.h. der Patient steht nachweislich nicht mehr
unter dem Einfluss von Rauschmitteln.
Vor der Aufnahme der Entgiftung sind folgende Schritte
vom Patienten zu erledigen:
- der Patient erfragt über das Aufnahmetelefon
einen Aufnahmetermin
- der Patient benötigt eine Einweisung vom Haus
oder behandelnden Arzt (nicht älter als 10 Tage)
und gegebenenfalls eine Bescheinigung über die
Substitutionsmenge
- der Patient erklärt sich mit den Stationsregeln
vor Beginn der Behandlung einverstanden.
Ein Auszug aus den Stationsregeln:
- die Behandlung ist freiwillig
- kein Mitbringen von Drogen oder Drogenutensilien
- kein Konsum von Drogen jedweder Art (ausser Zigaretten)
während der Behandlung
- während der gesamten Behandlung kann kein privater
Besuch empfangen werden
- Patienten können die Station nur in Begleitung
von Personal verlassen

Die Station 1 in der Vorderansicht
Die Station 2 ist mit 23 Betten vorwiegend
für die Behandlung schwer erkrankter Mitbürger
vorgesehen. Die Behandlung wird durch ein multiprofessionelles
Team bestehend aus Pflegepersonal, Ärzten, Sozialarbeitern,
Bewegungs- und Beschäftigungstherapeuten durchgeführt.
Weiterhin besteht die Möglichkeit zur Teilnahme
am Entspannungstraining. Die Station ist personell so
ausgestattet, daß eine sozio- und milieutherapeutische
Behandlung der Patienten durchgeführt werden kann,
eine Behandlung, die weit über das ausschließliche
Verordnen von Medikamenten hinausgeht.
Unmittelbar nach Aufnahme, also schon während
der seelischen Krise, in der sich die Betroffenen befinden,
werden so über die akute Krisenbewältigung
hinaus schon früh Ansätze zur Stabilisierung
oder Heilung geschaffen.
Dei Behandlung kann auf dieser Station beendet werden,
oder je nach Krankheitsverlauf und -bedarf auf der ´"Rehastation"
und in der Tagesklinik fortgesetzt werden. Die Entscheidung
hierüber wird in enger Abstimmung mit den Betroffenen
vorgenommen.
Die Station 5 gliedert sich in zwei Bereiche;
in den Psychotherapieteil und den Suchtbereich.
Die Psychotherapiestation bietet Hilfe bei unterschiedlichen
Lebenssituationen an,
hilft Menschen jüngeren und mittleren Alters, Konflikte
oder Belastungen zu bewältigen.
Im Rahmen der Behandlung werden die Betroffenen jedoch
nicht zu anderen Menschen gemacht, sondern sie sollen
lernen und erfahren, mit sich und ihren physischen und
psychischen Möglichkeiten und Eigenschaften zufriedener
zu leben.
Das Angebot unseres Suchtbereiches bietet einen qualifizierten
Entzug von Alkohol und Medikamenten. Vom ersten Tag
an wird versucht wird, ein Konzept von der Entstehung
der eigenen Sucht zu entwickeln, Klärung der Suchtgewohnheiten
zu erhalten oder Hinweise auf unterschiedliche Weiterbehandlungsmöglichkeiten
(Drogenberatungsstelle, Selbsthilfegruppe..) zu geben.
INFOFLYER
>> Qualifizierte Entzugsbehandlung (QE)
bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit
Die Station 8 hat 26 Betten. Das Angebot dort
soll mittel- und kurzfristig erkrankten Mitmenschen
helfen. Die Arbeit wird ebenfalls in einem multiprofessionellem
Team geleistet, das heißt, die unterschiedlichen
Berufsgruppen wie Krankenpflege, Psychologen, Ärzte,
Sozialarbeiter, Bewegungs-, Ergo- und Musiktherapeuten
arbeiten in einem soziotherapeutischen Team eng zusammen.
Die gerontopsychiatrische Station 9 mit 23 Betten
ist eine Station für psychisch kranke oder gestörte
alte Menschen.Ihr Schwerpunkt besteht in der Behandlung
unserer Mitmenschen ab 55 Jahren. Die Behandlung von
akut erkrankten dementen Menschen ist ein wichtiger
Teil davon. Sie ist den Bedürfnissen der Menschen
in der zweiten Lebenshälfte angepasst.Sie hilft
bei Krisen im Rahmen von beruflichen Veränderungen
(Rente, Verlust des Arbeitsplatzes..), Verlust von Kindern
und Partnern, hilft Menschen, die darunter leiden, daß
sie nach Abschluß des Familienaufbaus und abgeschlossener
beruflicher Karriere ihren Alltag nicht mehr gestalten
können, die sich nur schlecht mit dem Nachlassen
ihrer physischen und psychischen Kräfte abfinden
können.
Wir alle versuchen den Betroffenen dabei zu helfen,
ihre körperlichen und seelischen Kräfte zu
erhalten, verloren geglaubte Fertigkeiten und Fähigkeiten
wiederzuentdecken, damit sie in ihrer gewohnten Umgebung
weiterleben können. Gegebenenfalls unterstützen
wir sie auch dabei, einen geeigneten Alterssitz in speziellen
Einrichtungen oder Altenwohnungen zu finden.
Unsere Tagesklinik ist eine teilstationäre
Behandlungseinrichtung innerhalb der Abteilung für
Psychiatrie und Psychotherapie. Sie erreichen die Tagesklinik
unter Telefon 0209 / 7003.300 montags bis freitags von
08.00 bis 16.30 Uhr. Ansonsten über Telefon 0209
/ 7003.0 (Zentrale)
Der Name 'Tagesklinik' nimmt eigentlich die Bedeutung
des Wortes vorweg. Die Behandlung erfolgt an 5 Tagen
in der Woche für jeweils tagsüber 8 Stunden.
Die Abende und die Wochenenden verbringen die Patienten
zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung. Dadurch können
Lebens- und Berufsalltag und Behandlungssituation eng
miteinander verknüpft bleiben, so daß die
vorhandenen sozialen Bindungen zu Umwelt und Familie
erhalten bleiben.
Zum Mitarbeiterteam der Tagesklinik zählen neben
einem Diplom-Psychologen als Leiter, ein Arzt, zwei
Pflegekräfte, eine Ergotherapeutin, ein Bewegungstherapeut,
ein Musiktherapeut und eine Sozialpädagogin.
Das Behandlungsspektrum umfaßt:
- akute Belastungsreaktionen
- Depressionen
- strukturelle Persönlichkeitsstörungen
- verschiedene Arten von Psychosen, in ausklingenden
oder weniger akuten Zuständen
Die Patienten werden durch niedergelassene Ärzte
zur Vermeidung einer vollstationären Behandlung
oder aber im Anschluß daran in unsere Tagesklinik
aufgenommen. Im Vorgespräch werden Behandlungsziele
und Behandlungsmittel abgeklärt. Unser therapeutisches
Konzept besteht darin, in Zusammenarbeit mit dem Patienten
seine gesunden Fähigkeiten zu erhalten und zu stärken,
um dann gemeinsam seine Möglichkeiten zur Bewältigung
der Krankheiten zu verbessern. Das heißt, wir
helfen ihm, seine auf der Krankheit beruhenden Krisenzustände
durch eine Art 'Bewältigungstraining' zu meistern.
Durch das tägliche Zusammenleben in der Patientengruppe
und die Kontakte mit den Mitarbeitern, die in ihrer
Rolle Richtungen und Ansätze aufzeigen, wird diese
künstlich geschaffene Alltagssituation als Lernfeld
für das alltägliche Leben genutzt.
Die Behandlungsdauer hängt im Wesentlichen von
der Zielsetzung der Behandlung ab. Je nach Indikation
streben wir die Reduzierung der akuten Krankheitszustände
bis hin zur völligen Symptomfreiheit an. Zeichnet
sich die Notwendigkeit einer längerfristigen Behandlung
ab, machen wir von Probe- beziehungsweise Zwischenentlassungen
Gebrauch.
Arbeitstherapie
Die arbeitstherapeutische Einrichtung am Elisabeth-Krankenhaus
gehört zur Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie.
Sie erreichen die Arbeitstherapie unter
Telefon 0209 / 7003.281 Hr Ehrlinghagen (Leitung)
Telefon 0209 / 7003.282 Frau Borchert
Nach langer psychischer Krankheit kann mit Hilfe einer
Arbeitstherapie die Belastbarkeit am Arbeitsplatz erprobt
und der Arbeitsentwöhnung entgegengewirkt werden.
Der Patient soll Kompetenzen und Fähigkeiten wieder
oder auch neu gewinnen. Die Arbeitstherapie kann Orientierung
bieten für Patienten, die ihren erlernten Beruf
nicht mehr ausüben können oder noch keine
Ausbildung haben. Durch die unterschiedlichen Bereiche
der Arbeitstherapie können dem Patienten verschiedene
Arbeitsformen nähergebracht werden und er kann
ausprobieren, was seinen Fähigkeiten am meisten
entspricht. Zur Zeit gibt es in der Arbeitstherapie
des Elisabeth-Krankenhauses folgende Bereiche:
- Metallwerkstatt
- Holzbereich
- Garten
- Gewächshaus
- Bürobereich
Die Arbeitstherapie ist organisiert wie eine kleine
Firma. Im Metall- und Holzbereich werden Produkte hergestellt
und Reparaturarbeiten durchgeführt, die von der
Krankenhausverwaltung oder den einzelnen Stationen in
Auftrag gegeben werden. Im Bürobereich findet die
Auftragsabwicklung (Auftragsbestätigung, Materialbestellung,
Kostenvorschlag, Rechnung usw.) statt.
Die Arbeitsdauer kann von 1,5 Stunden von Montag bis
Freitag stufenweise auf bis zu 6 Stunden pro Tag gesteigert
werden. Die Verweildauer hängt von der jeweiligen
Entwicklung des Patienten ab.
Zunächst spricht der Patient mit dem Stationsarzt,
-Psychologen oder Sozialarbeiter, ob für ihn die
Arbeitstherapie in Frage kommt. Wenn ja, meldet die
Station in bei der Arbeitstherapie an. Dann besucht
der Patient - bei Bedarf in Begleitung einer Person
des Stationspersonals die Arbeitstherapie. Dort lernt
er die Räumlichkeiten kennen und führt ein
Erstgespräch mit dem jeweiligen Arbeitstherapeuten.
In Absprache mit der Station wird der Beginn der Arbeitstherapie
festgelegt.
Die oben beschriebenen Therapieangebote versetzen unsere
Abteilung jedoch nicht in die Lage, alles was zur umfassenden
psychiatrischen Versorgung in der Gemeinde erforderlich
ist zu leisten. Um die weiterführende optimale
Betreuung zu sichern, wünschen wir uns daher eine
enge Zusammenarbeit mit allen Menschen, die im psychosozialen
Bereich tätig sind, mit den Kirchengemeinden, den
niedergelassenen Ärzten, den sozialpsychiatrischen
Diensten, den Pflegediensten, allen im Suchtbereich
Tätigen und den entsprechenden Verwaltungsstellen.
Alle Bürger unserer Stadt können sich an
den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes
der Stadt Gelsenkirchen wenden. Hier können alle
Menschen und Angehörige mit psychischen Problemen
in Zusammenarbeit erste Hinweise auf die unterschiedlichen
Möglichkeiten psychiatrischer Hilfestellung erfahren.
Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie
am Elisabeth-Krankenhaus versteht sich als Bestandteil
des gesamten Krankenhauses. Das Zusammenleben von körperlich
und psychisch kranken Menschen unter einem Dach eines
Allgemeinkrankenhauses hat sich als problemlos erwiesen.
Wir hoffen weiter auf gute Zusammenarbeit zum Wohle
der Patienten. In den Angehörigengruppen treffen
sich Angehörige von psychisch Kranken um eine Hilfestellung
im Umgang mit ihrer persönlichen Situation zu erfahren.
Angehörigengruppe
In Zusammenarbeit mit der Kontakt- und Beratungsstelle
für psychisch kranke Menschen "Nienhof e.V."
bietet die psychiatrische Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses
seit 1997 eine Gesprächsgruppe für Angehörige
psychisch Kranker an. Etwa 60% der chronisch psychisch
Kranken leben in ihren Familien, die damit einen wesentlichen
Teil der Versorgung psychisch Kranker übernehmen.
Oftmals erfolgt die Aufnahme in stationäre psychiatrische
Behandlung auf Betreiben von Angehörigen, die den
Patienten in der Vorlaufphase des Akutzustandes begleiten
und betreuen.
Kommt es zur Krankenhausaufnahme, womöglich gegen
den Willen des Patienten, müssen sich Angehörige
mit einer doppelten 'Schuldzuweisung' auseinandersetzen:
Der Patient gibt ihnen die 'Schuld' dafür, daß
er nun im Krankenhaus sein muss. Oft fühlen Angehörige
sich beschuldigt, mit ihrem eigenen Verhalten die Krankheit
zu fördern, wenn nicht zu verursachen.
Die psychiatrische Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses
und die Kontakt- und Beratungsstelle Nienhof sind sich
dieser Problematik der Angehörigen psychisch Kranker
bewusst. Sie sind bemüht, mit der Angehörigengruppe
ein angemessenes Forum zur Auseinandersetzung mit diesen
und anderen Problemen im Zusammenhang mit psychischer
Erkrankung zu bieten.
Die Gruppe bietet:
- offene Aussprache
- Treffen mit gleichermassen Betroffenen
- Erfahrungsaustausch
- Information
- Unterstützung
- Entlastung
Die Angehörigengruppe trifft sich in der Kontakt
und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen
Nienhofstr. 8 45894 Gelsenkirchen-Buer. Die Gruppe findet
14-täglich Montags von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr
statt. Die jeweils aktuellen Termine erfahren Sie >>
hier. Die Teilnahme ist selbstverständlich
kostenlos.
Kontakt :
Dieter Priebe, Elisabeth-Krankenhaus GmbH, Telefon
0209 / 7003.320
Peter Silisko, Kontakt- und Beratungsstelle Nienhof
e.V., Telefon 0209 / 379581
Informationen zu weiteren beratenden Angeboten für
Patienten und Angehörige erhalten Sie >>
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