Elisabeth-Krankenhaus GmbH
 
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Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie

Chefarzt : Dr. med. Jan-Niclas Frhr. von Verschuer
Oberarzt : Christoph Stankiewicz
Oberarzt : Dr. med. Frank Juskowiak
Oberarzt : Michael Huwe

Telefon: 0209/7003.316 | Fax: 0209/7003.314

Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie umfasst 110 stationäre Betten (inklusive 14 Betten qualifizierter Drogenentzug) und 20 teilstationäre Plätze in der Tagesklinik. Die 110 vollstationären Betten untergliedern sich in 5 Stationen, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen möchten.

Station 1 - qualifizierte Entgiftung illegaler Drogen

Viele Abhängige machen die Erfahrung, dass ihnen nach längerem Konsum illegaler Drogen ein selbständiges Absetzen der Drogeneinnahme nicht gelingt. Auf der Station 1 können Abhängige, die illegale Drogen konsumieren und / oder sich in einer Substitutionsbehandlung befinden, ihre Entgiftung auf einer speziell darauf ausgerichteten Krankenhaus-Station durchführen. Dabei sind komplette Entgiftungen
und Entgiftungen von Beigebrauch möglich. Das Team der Station 1 besteht aus: Arzt / Ärztin, Psychologe / Psychologin, Krankenpflegepersonal, ErgotherapeutIn, BewegungstherapeutIn, SozialarbeiterIn.

Auf der Station 1 werden zur Zeit folgende therapeutische Hilfen angeboten (zum Teil verpflichtend):

  • Medikamentengestütze Entgiftung (z. B. mit Methadon)
  • Gruppengespräche
  • Einzelgespräche
  • Ergotherapie
  • Bewegungstherapie
  • Akkupunktur nach dem NADA-Protokoll
  • Betreuung durch Krankenpflegepersonal
  • pflegerische Gruppenangebote
  • Betreuung durch Sozialarbeiter / Sozialarbeiterin
  • Freizeitgestaltung

Die Behandlungsdauer hängt von der Menge der zu entgiftenden Substanzen ab und ist individuell. Die Erfahrung zeigt, dass eine Behandlung meist in drei Wochen abgeschlossen ist, d. h. der Patient steht nachweislich nicht mehr unter dem Einfluss von Rauschmitteln.

Vor der Aufnahme zu der Entgiftung sind folgende Schritte vom Patienten zu erledigen:

  • Der Patient erfragt über das Aufnahmetelefon einen Aufnahmetermin
  • Der Patient bittet um eine Einweisung vom Haus oder behandelnden Arzt (nicht älter
    als 10 Tage) und gegebenenfalls um eine Bescheinigung über die Substitutionsmenge
  • Der Patient erklärt sich mit den Stationsregeln vor Beginn der Behandlung einverstanden.

Ein Auszug aus den Stationsregeln:

  • die Behandlung ist freiwillig
  • kein Mitbringen von Drogen oder Drogenutensiliens
  • kein Konsum von Drogen jedweder Art (außer Zigaretten) während der Behandlung
  • während der gesamten Behandlung kann kein privater Besuch empfangen werdens
  • Patienten können die Station nur in Begleitung von Personal verlassen

Sie erreichen die Station 1 unter Telefon 0209/7003.588 (Aufnahmetelefon montags bis freitags
von 14.00 Uhr bis 16.30 Uhr), ansonsten über Telefon 0209/7003.0 (Zentrale).

Die Station 2 - geschlossene Aufnahmestation - ist mit 23 Betten vorwiegend für die Behandlung psychisch schwer erkrankter Mitbürger vorgesehen. Die Behandlung wird durch ein multiprofessionelles Team bestehend aus Pflegepersonal, Ärzten, Sozialarbeitern, Bewegungs- und Beschäftigungstherapeuten
durchgeführt. Weiterhin besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am Entspannungstraining. Die Station ist personell so ausgestattet, dass eine sozio- und milieutherapeutische Behandlung der Patienten durchgeführt werden kann, eine Behandlung, die weit über das ausschließliche Verordnen von Medikamenten hinausgeht.

Unmittelbar nach Aufnahme, also schon während der seelischen Krise, in der sich die Betroffenen befinden, werden so über die akute Krisenbewältigung hinaus schon früh
Ansätze zur Stabilisierung oder Heilung geschaffen. Die Behandlung kann auf dieser Station beendet werden, oder je nach Krankheitsverlauf und -bedarf auf der „Rehastation“ und in der Tagesklinik fortgesetzt werden. Die Entscheidung hierüber wird in enger Abstimmung mit den Betroffenen vorgenommen.

Die Station 5 - Entgiftung legaler Drogen, Psychotherapie - gliedert sich in zwei Bereiche; in den Psychotherapieteil und den Suchtbereich. Die Psychotherapiestation bietet Hilfe bei unterschiedlichen Lebenssituationen an, hilft Menschen jüngeren und mittleren Alters, Konflikte oder Belastungen zu bewältigen. Im Rahmen der Behandlung werden die Betroffenen jedoch nicht zu anderen Menschen emacht, sondern sie sollen lernen und erfahren, mit sich und ihren physischen und psychischen Möglichkeiten und Eigenschaften zufriedener zu leben. Das Angebot unseres Suchtbereiches bietet eine qualifizierte Entgiftung von Alkohol und Medikamenten. Vom ersten Tag an wird versucht, ein Konzept von
der Entstehung der eigenen Sucht zu entwickeln, Klärung der Suchtgewohnheiten zu erhalten
oder Hinweise auf unterschiedliche Weiterbehandlungsmöglichkeiten (Drogenberatungsstelle,
Selbsthilfegruppe..) zu geben.

Die Station 8 - Allgemein-Psychiatrie - hat 26 Betten. Das Angebot dort soll mittel- und kurzfristig erkrankten Mitmenschen helfen. Die Arbeit wird ebenfalls in einem multiprofessionellen Team geleistet, das
heißt, die unterschiedlichen Berufsgruppen wie Krankenpflege, Psychologen, Ärzte, Sozialarbeiter,
Bewegungs-, Ergo- und Musiktherapeuten arbeiten in einem soziotherapeutischen Team eng zusammen.

Die gerontopsychiatrische Station 9 mit 23 Betten ist eine Station für psychisch kranke oder gestörte alte Menschen. Ihr Schwerpunkt besteht in der Behandlung unserer Mitmenschen ab 55 Jahren. Die Behandlung von akut erkrankten dementen Menschen ist ein wichtiger Teil davon. Sie ist den Bedürfnissen
der Menschen in der zweiten Lebenshälfte angepasst. Sie hilft bei Krisen im Rahmen von beruflichen Veränderungen (Rente, Verlust des Arbeitsplatzes..), Verlust von Kindern und Partnern, oder sie hilft Menschen, die darunter leiden, dass sie nach Abschluss des Familienaufbaus und abgeschlossener
beruflicher Karriere ihren Alltag nicht mehr gestalten können, beziehungsweise sich nur schlecht mit dem Nachlassen ihrer physischen und psychischen Kräfte abfinden können.

Wir alle versuchen den Betroffenen dabei zu helfen, ihre körperlichen und seelischen Kräfte zu erhalten und verloren geglaubte Fertigkeiten und Fähigkeiten wieder zu entdecken, damit sie in ihrer gewohnten Umgebung weiterleben können. Gegebenenfalls unterstützen wir sie auch dabei, einen geeigneten Alterssitz in speziellen Einrichtungen oder Altenwohnungen zu finden.

Unsere Tagesklinik ist eine teilstationäre Behandlungseinrichtung innerhalb der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie erreichen die Tagesklinik unter Telefon 0209/7003.300 montags bis donnerstags
von 08.00 Uhr bis 16.30 Uhr, freitags bis 15.00 Uhr. Ansonsten über Telefon 0209/7003.0 (Zentrale)

Der Name „Tagesklinik“ nimmt eigentlich die Bedeutung des Wortes vorweg. Die Behandlung erfolgt an 5 Tagen in der Woche für jeweils tagsüber 8 Stunden. Die Abende und die Wochenenden verbringen die Patienten zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung. Dadurch können Lebens- und Berufsalltag mit der Behandlungssituation eng verknüpft bleiben, so dass die vorhandenen sozialen Bindungen zu Umwelt und Familie erhalten bleiben.

Zum Mitarbeiterteam der Tagesklinik zählen neben einem Diplom-Psychologen als Leiter, ein Arzt, zwei Pflegekräfte, eine Ergotherapeutin, ein Bewegungstherapeut, ein Musiktherapeut und eine Sozialpädagogin.

Das Behandlungsspektrum umfasst:

  • akute Belastungsreaktionen
  • Depressionen
  • strukturelle Persönlichkeitsstörungen
  • verschiedene Arten von Psychosen, in ausklingenden oder weniger akuten Zuständen

Die Patienten werden durch niedergelassene Ärzte zur Vermeidung einer vollstationären Behandlung überwiesen oder aber im Anschluß daran in unsere Tagesklinik aufgenommen. Im Vorgespräch werden Behandlungsziele und Behandlungsmittel abgeklärt. Unser therapeutisches Konzept besteht darin, in Zusammenarbeit mit dem Patienten seine gesunden Fähigkeiten zu erhalten und zu stärken, um dann gemeinsam seine Möglichkeiten zur Bewältigung der Krankheiten zu verbessern. Das heißt, wir helfen ihm, seine auf der Krankheit beruhenden Krisenzustände durch eine Art „Bewältigungstraining“ zu meistern.Durch das tägliche Zusammenleben in der Patientengruppe und die Kontakte mit den Mitarbeitern,
die in ihrer Rolle Richtungen und Ansätze aufzeigen, wird diese künstlich geschaffene Alltagssituation
als Lernfeld für das alltägliche Leben genutzt.

Die Behandlungsdauer hängt im Wesentlichen von der Zielsetzung der Behandlung ab. Je nach Indikation streben wir die Reduzierung der akuten Krankheitszustände bis hin zur völligen Symptomfreiheit an. Zeichnet sich die Notwendigkeit einer längerfristigen Behandlung ab, machen wir von Probe- beziehungsweise Zwischenentlassungen Gebrauch.

Arbeitstherapie

Nach langer psychischer Krankheit kann mit Hilfe einer Arbeitstherapie die Belastbarkeit am Arbeitsplatz erprobt und der Arbeitsentwöhnung entgegen gewirkt werden. Der Patient soll Kompetenzen und Fähigkeiten wieder- oder auch neu gewinnen. Die Arbeitstherapie kann für Patienten Orientierung
bieten, die ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können oder noch keine Ausbildung haben. Durch die unterschiedlichen Bereiche der Arbeitstherapie können dem Patienten verschiedene Arbeitsformen nähergebracht werden und er kann ausprobieren, was seinen Fähigkeiten am meisten entspricht. Zurzeit
gibt es in der Arbeitstherapie des Elisabeth-Krankenhauses folgende Bereiche:

  • Metallwerkstatt
  • Holzbereich
  • Garten
  • Gewächshaus
  • Bürobereich

Die Arbeitstherapie ist organisiert wie eine kleine Firma. Im Metall- und Holzbereich werden Produkte hergestellt und Reparaturarbeiten durchgeführt, die von der Krankenhausverwaltung oder den einzelnen Stationen in Auftrag gegeben werden. Im Bürobereich findet die Auftragsabwicklung (Auftragsbestätigung,
Materialbestellung, Kostenvoranschlag, Rechnung usw.) statt. Die Arbeitsdauer der Patienten kann von 1,5 Stunden von Montag bis Freitag stufenweise auf bis zu 6 Stunden pro Tag gesteigert werden. Die Verweildauer hängt von der jeweiligen Entwicklung des Patienten ab.

Zunächst spricht der Patient mit dem Stationsarzt, -Psychologen oder Sozialarbeiter, ob für ihn die Arbeitstherapie in Frage kommt. Wenn ja, meldet die Station ihn bei der Arbeitstherapie an. Dann besucht der Patient bei Bedarf in Begleitung einer Person des Stationspersonals die Arbeitstherapie. Dort lernt er die Räumlichkeiten kennen und führt ein Erstgespräch mit dem jeweiligen Arbeitstherapeuten. In Absprache mit der Station wird der Beginn der Arbeitstherapie festgelegt.

Sie erreichen die Arbeitstherapie unter Telefon 0209/7003.281 Herr Erlinghagen (Leitung) Telefon 0209/7003.282 Frau Borchert.

Die beschriebenen Therapieangebote versetzen unsere Abteilung jedoch nicht in die Lage, alles was zur umfassenden psychiatrischen Versorgung in der Gemeinde erforderlich ist zu leisten. Um die weiterführende optimale Betreuung zu sichern, wünschen wir uns daher eine enge Zusammenarbeit mit allen Menschen, die im psychosozialen Bereich tätig sind, mit den Kirchengemeinden, den niedergelassenen Ärzten, den sozialpsychiatrischen Diensten, den Pflegediensten, allen im Suchtbereich Tätigen und den
entsprechenden Verwaltungsstellen.

Alle Bürger unserer Stadt können sich an den Sozialpsychiatrischen Dienst des Gesundheitsamtes
der Stadt Gelsenkirchen wenden. Hier können alle Menschen mit psychischen Problemen und deren Angehörige in Zusammenarbeit erste Hinweise auf die unterschiedlichen Möglichkeiten psychiatrischer Hilfestellung erfahren.

Die Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Elisabeth-Krankenhaus versteht sich als Bestandteil des gesamten Krankenhauses. Das Zusammenleben von körperlich und psychisch kranken Menschen unter einem Dach eines Allgemeinkrankenhauses hat sich als problemlos erwiesen. Wir hoffen weiter auf
gute Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten.

Angehörigengruppe

In Zusammenarbeit mit der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen „Nienhof e.V.“ bietet die psychiatrische Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses seit 1997 eine Gesprächsgruppe für Angehörige psychisch Kranker an. Etwa 60% der chronisch psychisch Kranken leben in ihren Familien, die
damit einen wesentlichen Teil der Versorgung psychisch Kranker übernehmen. Oftmals erfolgt
die Aufnahme in stationäre psychiatrische Behandlung auf Betreiben von Angehörigen, die den Patienten in der Vorlaufphase des Akutzustandes begleiten und betreuen. Kommt es zur Krankenhausaufnahme, w
omöglich gegen den Willen des Patienten, müssen sich Angehörige mit der „Schuldzuweisung“
auseinandersetzen: Der Patient gibt ihnen die „Schuld“ dafür, dass er nun im Krankenhaus sein muss. Oft fühlen Angehörige sich beschuldigt, mit ihrem eigenen Verhalten die Krankheit zu fördern, wenn nicht zu verursachen.

Die psychiatrische Abteilung des Elisabeth-Krankenhauses und die Kontakt- und Beratungsstelle Nienhof sind sich dieser Problematik der Angehörigen psychisch Kranker bewusst. Sie sind bemüht, mit der Angehörigengruppe ein angemessenes Forum zur Auseinandersetzung mit diesen und anderen Problemen im Zusammenhang mit psychischer Erkrankung zu bieten.

Die Gruppe bietet:

  • offene Aussprache
  • Treffen mit gleichermaßen Betroffenen
  • Erfahrungsaustausch
  • Information
  • Unterstützung
  • Entlastung

Die Angehörigengruppe trifft sich in der Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen Nienhofstr. 8, 45894 Gelsenkirchen-Buer. Die Treffen finden 14-tägig montags von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr statt. Die jeweils aktuellen Termine erfahren Sie von unseren Sozialarbeitern.

Die Teilnahme ist selbstverständlich kostenlos. Kontakt :
Dieter Priebe, Elisabeth-Krankenhaus GmbH, Telefon 0209/7003.320
Frank Evers, Kontakt- und Beratungsstelle Nienhof, Telefon 0209/379581


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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